FD 9706 – diese vier Ziffern auf dem Typenschild deiner Bosch-Waschmaschine sagen dir das genaue Produktionsdatum. Sie sind der schnellste Weg, das Alter eines Geräts zu bestimmen, bevor du über Reparatur oder Neukauf entscheidest. Das Prinzip gilt für alle BSH-Marken: Bosch, Siemens, Neff, Constructa und Gaggenau nutzen denselben Code.
Die FD-Nummer steht neben oder unter der Modellbezeichnung (E-Nr.) auf dem Typenschild. Bei Waschmaschinen findest du es am Türrahmen, an der Geräterückseite oder in der offenen Türöffnung. Hast du die vier Ziffern, ist der Rest reine Lesearbeit.
So setzt sich die FD-Nummer zusammen
Die ersten vier Ziffern der FD-Nummer codieren Produktionsjahr und -monat – nach einer festen Rechenregel. Die ersten beiden Ziffern stehen für das Jahr, allerdings nicht direkt: BSH addiert sie zur Basiszahl 1920. Die dritte und vierte Ziffer geben den Produktionsmonat an. Mehr steckt nicht dahinter, sobald du diese eine Verschiebung kennst.

Warum die krumme Basiszahl 1920? BSH zählt den Code aus historischen Gründen fortlaufend hoch und beginnt nicht bei der reinen Jahreszahl. Für dich heißt das nur: erste beiden Ziffern plus 1920 ergibt das Jahr, fertig. Liegt das Ergebnis plausibel in der Vergangenheit, stimmt die Rechnung.
Damit löst sich auch das scheinbar Verwirrende auf: Eine FD 0103 bedeutet 1920 + 01 = 2021, Monat 03 = März, also März 2021. Eine FD 8809 steht für 1920 + 88 = 2008, Monat 09 = September 2008. Die Basiszahl 1920 ist der Schlüssel – sie hängt damit zusammen, dass BSH den Zähler aus historischen Gründen hochzählt und nicht bei der reinen Jahreszahl beginnt.
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| FD-Nummer | Rechnung Jahr | Monat | Produktionsdatum |
|---|---|---|---|
| 9706 | 1920 + 97 = 2017 | 06 | Juni 2017 |
| 8809 | 1920 + 88 = 2008 | 09 | September 2008 |
| 0103 | 1920 + 01 = 2021 | 03 | März 2021 |
Stimmt der berechnete Monat nicht – etwa eine 13 oder 00 –, hast du wahrscheinlich die E-Nr. statt der FD-Nummer erwischt. Die FD steht immer als eigenes Feld mit dem Kürzel „FD" davor. Such gezielt danach, nicht nach irgendeiner vierstelligen Zahl auf dem Schild.
Warum das Alter über Reparatur oder Neukauf mitentscheidet
Das Produktionsdatum allein heilt keinen Defekt, aber es ordnet die Lage ein. Eine Waschmaschine, die laut FD-Nummer erst vier Jahre alt ist, reparierst du fast immer – Lager, Pumpe oder Heizung sind günstig im Verhältnis zur Restlebensdauer. Ein Gerät jenseits der zwölf Jahre dagegen nähert sich dem Punkt, an dem mehrere Bauteile kurz hintereinander aufgeben.

Hersteller müssen Ersatzteile für viele Komponenten zehn Jahre ab Produktionsende vorhalten. Liegt die FD-Nummer weit zurück, kann die Teileversorgung knapp und teuer werden – ein Argument mehr für die Rechnung. Die fütterst du am besten in den Reparatur-oder-Neukauf-Rechner ein: Gerätealter, Reparaturkosten und Stromverbrauch ergeben dort eine klare Tendenz.
Ein konkretes Szenario zeigt, wie das zusammenspielt. Deine Bosch-Waschmaschine schleudert nicht mehr richtig, im Display steht nichts Auffälliges. Du liest die FD-Nummer ab: 0210, also 1920 + 02 = 2022, Monat 10 – das Gerät ist gut drei Jahre alt. Bei diesem Alter ist die Antwort eindeutig: reparieren. Ein Schleuderproblem liegt oft an einem zugesetzten Flusensieb, einer verschlissenen Kohlebürste oder einem Sensor, alles im Verhältnis zur Restlebensdauer günstig. Ein gebrauchtes Gerät mit FD 8512 (2008 statt 2022) würdest du bei demselben Defekt dagegen eher ziehen lassen.
Gebraucht kaufen: die FD-Nummer als Verhandlungsbasis
Beim Kauf eines gebrauchten BSH-Geräts ist die FD-Nummer dein bestes Argument. Lass dir vom Verkäufer ein Foto des Typenschilds schicken und rechne das Alter selbst aus, bevor du hinfährst. Ein als „wenige Jahre alt" beschriebenes Gerät, das laut FD-Nummer in Wahrheit aus 2013 stammt, ist kein Schnäppchen, sondern ein Risiko – jenseits der zehn Jahre häufen sich Lager- und Heizungsschäden, und die Restlaufzeit ist kurz.
Umgekehrt rechtfertigt eine junge FD-Nummer einen höheren Preis. Ein zwei Jahre altes Markengerät für die Hälfte des Neupreises mit dokumentiertem Produktionsdatum ist ein vernünftiger Kauf. Verlange das Typenschild-Foto immer vor der Besichtigung – ein seriöser Verkäufer hat damit kein Problem, und du sparst dir die Fahrt zu einem überalterten Gerät.

E-Nr., FD und Z-Nr. auseinanderhalten
Auf einem BSH-Typenschild stehen mehrere Codes nebeneinander, und nur einer davon ist die FD-Nummer. Die E-Nr. (Erzeugnisnummer) ist die eigentliche Modellbezeichnung – bei Waschmaschinen etwa WAU28T40 oder WAN282A0. Sie brauchst du, wenn du Ersatzteile oder eine Bedienungsanleitung suchst. Die FD-Nummer dagegen ist die vierstellige Datumsangabe, oft ergänzt um eine fünfte Ziffer, die für die Produktionscharge steht und fürs Alter keine Rolle spielt.
Manche Schilder führen zusätzlich eine Z-Nr. (Zählnummer) oder eine Seriennummer mit. Lass dich davon nicht beirren – such gezielt nach dem Kürzel „FD" und nimm nur die direkt dahinterstehenden vier Ziffern. Verwechselst du E-Nr. und FD, kommst du auf unmögliche Monate wie 28 oder 40, und die Rechnung scheitert. Das ist der häufigste Fehler beim Entschlüsseln.
Was die Garantie- und Ersatzteillage am Alter hängt
Das Produktionsdatum ist nicht mit dem Kaufdatum identisch – ein Gerät kann Monate im Lager gestanden haben, bevor es verkauft wurde. Für die gesetzliche Gewährleistung zählt der Kaufbeleg, nicht die FD-Nummer. Für die Frage, wie lange du noch mit Ersatzteilen rechnen kannst, ist das Produktionsdatum aber der bessere Anker, weil Hersteller ihre Teileversorgung am Produktionsende ausrichten.
Liegt die FD-Nummer mehr als zehn Jahre zurück, prüfe vor jeder größeren Reparatur, ob das benötigte Bauteil überhaupt noch verfügbar ist. Bei sehr alten Geräten kann genau das die Entscheidung kippen: Eine eigentlich günstige Reparatur scheitert daran, dass es das Teil nur noch gebraucht oder als teure Restposten gibt. Auch das fließt sinnvoll in den Reparatur-oder-Neukauf-Rechner ein.
Wo du die FD-Nummer noch findest
Nicht immer ist das Typenschild gut zugänglich. Neben dem Gerät selbst steht die FD-Nummer auch in den Geräteunterlagen, auf der Rechnung des Händlers und im Online-Konto, falls du das Gerät bei Bosch registriert hast. Bei eingebauten Geschirrspülern lohnt der Blick an die Innenseite der Tür oben oder an den seitlichen Türrand.
Hast du das Schild fotografiert, lass dich von der langen Zeichenkette nicht verwirren: Die E-Nr. (zum Beispiel WAU28T40) ist die Modellnummer, die FD-Nummer die vierstellige Datumsangabe. Nur die zweite brauchst du fürs Alter. Weitere Anleitungen rund um Diagnose, Pflege und Aufstellung findest du im Waschmaschinen-Ratgeber.
Dieselbe Regel für Geschirrspüler, Trockner und Backofen
Die FD-Logik gilt nicht nur für Waschmaschinen. Alle BSH-Großgeräte tragen sie – vom Geschirrspüler über den Trockner bis zu Backofen, Kühlschrank und Dunstabzug. Marken wie Siemens, Neff, Constructa und Gaggenau gehören zur selben Unternehmensgruppe und nutzen identische Typenschilder. Die Rechnung „erste zwei Ziffern plus 1920 ergibt das Jahr, letzte zwei den Monat" funktioniert quer durch die ganze Palette.
Praktisch heißt das: Hast du einmal verstanden, wie der Code funktioniert, datierst du den kompletten Hausstand an BSH-Geräten in Minuten. Das hilft besonders, wenn du eine gebrauchte Wohnung übernimmst oder beim Kauf eines gebrauchten Geräts wissen willst, wie alt es wirklich ist – Verkäuferangaben sind hier oft optimistisch. Die FD-Nummer lügt nicht.
Was das Alter über typische Schwachstellen verrät
Das Produktionsjahr gibt auch einen Hinweis auf wahrscheinliche Verschleißteile. Eine Waschmaschine zwischen acht und zwölf Jahren erreicht oft den Punkt, an dem das Trommellager Geräusche macht oder die Heizung verkalkt – beides bekannte Altersschwächen. Bei einem Gerät dieses Alters mit Lagerschaden lohnt die Reparatur selten, weil der Tausch arbeitsintensiv ist und weitere Bauteile bald nachziehen.
Ein Gerät unter fünf Jahren mit einem Defekt ist dagegen fast immer ein Reparaturfall – Pumpe, Türschloss oder ein Elektronikbauteil sind im Verhältnis zur Restlebensdauer günstig zu ersetzen. Zeigt das Display dabei einen Fehlercode, gleich nachschlagen: BSH-Codes wie E:18 (Abpumpen gestört, oft nur ein verstopftes Flusensieb) oder E:15 (Aquastop ausgelöst, häufig Wasser in der Bodenwanne) lassen sich teils ohne jede Reparatur beheben. Die Fehlercode-Datenbank ordnet die Codes ein. Bei E:18 reicht oft schon das Flusensieb-Reinigen.
Mit den vier Ziffern in der Hand triffst du eine fundierte Entscheidung statt einer Bauchschätzung – und weißt sofort, ob du es mit einem jungen Gerät oder einem Veteranen zu tun hast.
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