Ein Geschirrspüler mit 60 Zentimetern Breite setzt je nach Programm rund 9 bis 14 Liter Wasser um, und dieselben Liter laufen im Kreis. Die Umwälzpumpe zieht das Wasser aus dem Bodenraum, drückt es durch die Sprüharme und lässt es zurückfallen. Alles, was das Sieb dabei nicht zurückhält, wird beim nächsten Durchgang wieder auf das Geschirr gesprüht.
Genau das fühlst du hinterher als sandigen Belag: feine Speisereste, die im Kreislauf geblieben sind und sich beim Trocknen auf Glas und Teller gelegt haben. Die Ursache liegt fast immer an einer von sechs Stellen, und die lassen sich in einer Reihenfolge abarbeiten, die vom schnellsten zum aufwendigsten Griff geht.
Sandige Körner oder Kalkfilm: der Unterschied am Glas
Zuerst die Einordnung, sonst arbeitest du am falschen Problem. Sandige Reste fühlen sich körnig an, lassen sich mit dem Daumennagel abschieben und sitzen ungleichmäßig, oft in Vertiefungen und am Tellerrand. Ein Kalkfilm ist glatt, matt und liegt gleichmäßig über der ganzen Fläche.

Der Prüfgriff dauert eine Minute: einen Tropfen verdünnte Zitronensäurelösung auf eine trübe Stelle geben und kurz warten. Löst sich der Belag auf, geht es um Kalk oder Salzdosierung, und dann führt der Weg über die weißen Beläge auf Gläsern. Bleiben die Körner liegen, sind es Speisereste, und dann gilt der Rest dieses Textes.
Das Sieb in drei Teilen: reinigen und einrasten
Im Bodenraum sitzen üblicherweise drei Bauteile: ein grober Siebkorb für Knochen und Kerne, ein zylindrisches Feinsieb darunter und ein flaches Sieb, das den ganzen Bodenraum abdeckt. Alle drei lassen sich ohne Werkzeug herausnehmen, der Siebkorb meist durch eine Vierteldrehung.
Reinige sie unter fließendem warmem Wasser mit einer Spülbürste und arbeite die Lochung des Feinsiebs von beiden Seiten durch. Fett verklebt die Löcher von innen, sichtbar wird das erst gegen das Licht. Einmal pro Woche ist ein realistischer Rhythmus, bei viel angetrocknetem Geschirr eher alle drei bis vier Spülgänge.

Sprüharme: Düsen freimachen, Drehung belegen
Ein Geschirrspüler hat zwei oder drei Sprüharme, unten, oben und bei manchen Geräten zusätzlich unter der Decke. Je nach Gerät sitzen 8 bis 16 Austritte pro Arm, teils als Schlitze, teils als Bohrungen. Zwei verstopfte Düsen reichen für einen Streifen im Oberkorb, der ungespült bleibt.
Schraub den unteren Arm ab, meist durch eine Rändelmutter oder eine Vierteldrehung, spül ihn von der Anschlussseite durch und stich jede Düse mit einem Zahnstocher frei. Keine Nadel und keinen Draht nehmen, das weitet die Öffnung und verändert den Strahl dauerhaft.
Für die Drehung gibt es einen Test, der ohne offene Tür während des Programms auskommt: Kleb einen kleinen Streifen Klebeband auf eine Armspitze, merk dir die Position, starte ein kurzes Programm und schau danach nach. Steht der Streifen an derselben Stelle, hat der Arm sich nicht gedreht, und dann sind entweder Lager verkalkt oder etwas im Korb blockiert ihn.
Wo im Korb der Schatten entsteht
Wasser spritzt geradlinig. Alles, was zwischen Düse und Geschirr steht, erzeugt eine Zone, in die kein Strahl kommt, und dort bleiben die Reste sitzen. Vier Situationen erzeugen diese Schatten regelmäßig:

- Ein großes Brett oder ein Backblech quer im Unterkorb. Es fängt den kompletten unteren Strahl ab, der Rest des Korbs bleibt trocken. Solche Teile gehören an den Rand, hochkant.
- Schüsseln und Töpfe waagerecht. Sie sammeln Wasser statt es ablaufen zu lassen. Schräg einstellen, mit der Öffnung nach unten und leicht geneigt.
- Ineinander gestapelte Löffel. Zwischen zwei Löffelschalen kommt kein Wasser. Besteck im Korb mischen, Griffe abwechselnd nach oben und unten.
- Ein zu hoch gestellter Oberkorb bei hohen Gläsern. Wenn die Gläser den oberen Sprüharm streifen, bremsen sie ihn aus. Zieh den Korb auf die passende Höhe, dazu gibt es an den Seitenschienen Rastpunkte.
Grobe Reste gehören vorher in den Müll: Knochen, Kerne, Salatblätter, Papierreste von Etiketten. Was auf dem Teller bleibt, soll Anschmutzung sein, kein Feststoff.
Salz, Härtestufe und die Regeneration dazwischen
Im Sockel des Geräts sitzt ein Ionentauscher, der Calcium aus dem Wasser holt. Er erschöpft sich und regeneriert sich mit Salzlösung, abhängig davon, welche Härtestufe im Menü eingestellt ist. Steht die Stufe zu niedrig, arbeitet der Tauscher zu selten, und das Wasser bleibt hart.
Hartes Wasser löst Fett schlechter, und schlechter gelöstes Fett bindet Partikel im Umlaufwasser. So hängen Salz und sandige Reste zusammen, auch wenn Salz selbst keine Speisereste entfernt. Den Härtebereich deines Wassers weist dein Versorger in der Trinkwasseranalyse aus; stell die Stufe im Gerät danach ein.

Salz kommt ausschließlich in das Salzgefäß im Bodenraum, niemals in das Fach für Tabs oder Klarspüler. Starte nach dem Nachfüllen sofort ein Programm, damit übergelaufene Sole ausgespült wird. Und bei ausgesprochen hartem Wasser reichen Kombitabs oft nicht, dann brauchst du Salz zusätzlich, auch wenn die Packung etwas anderes verspricht.
Vorspülen unter dem Hahn macht es schlimmer
Viele Programme regeln über einen Trübungssensor, wie oft das Wasser gewechselt und wie lange gespült wird. Der Sensor misst, wie stark das Umlaufwasser verschmutzt ist. Kommt blitzblankes Geschirr in die Maschine, meldet der Sensor sauberes Wasser, und das Programm kürzt Spülgänge und Wassermenge.
Die Reste, die trotzdem in Ritzen und an Tellerrändern sitzen, bekommen dann zu wenig Umlauf ab. Dazu kommt die Wasserrechnung: zwei Minuten unter fließendem Wasser sind, gerechnet mit 8 Litern pro Minute, 16 Liter. Das ist mehr, als der ganze Spülgang mit seinen 9 bis 14 Litern verbraucht.
Wenn das Programm zu kalt für Stärke ist
Angetrocknete Stärke aus Kartoffeln, Reis und Nudeln quillt erst mit Zeit oder Temperatur auf. Ein kurzes Programm bei niedriger Temperatur hat von beidem zu wenig, und dann bleibt die Stärke als körniger Film zurück, der sich beim Abkühlen wieder auf alles legt.
Der Sprung nach oben kostet wenig. Zehn Liter Wasser von 15 auf 50 Grad Celsius zu bringen, braucht rechnerisch 10 mal 4,186 Kilojoule je Kilogramm und Kelvin mal 35 Kelvin, also 1.465 Kilojoule oder 0,407 Kilowattstunden. Bei 40,55 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnitt privater Haushalte im 2. Halbjahr 2025 laut Statistischem Bundesamt, sind das 16,5 Cent. Auf 65 Grad sind es 0,581 Kilowattstunden und 23,6 Cent. Der Unterschied liegt bei rund 7 Cent je Gang.
Für stark angetrocknetes Geschirr lohnt sich das lange Intensivprogramm deshalb, auch wenn es zwei Stunden läuft. Die Laufzeit kostet fast nichts, die Heizung kostet, und die ist bei beiden Programmen dieselbe Größenordnung.
Fettfilm im Innenraum als stiller Mitverursacher
Auf den Innenwänden, im Bodenraum und in den Schläuchen bildet sich mit der Zeit ein Fettfilm, an dem Partikel kleben bleiben. Beim nächsten heißen Gang löst er sich in Flocken und verteilt sich auf dem Geschirr. Ein Gerät, das ausschließlich mit kurzen Sparprogrammen läuft, sammelt diesen Film besonders schnell an.
Lass alle vier bis sechs Wochen einen leeren Durchgang mit einem Maschinenreiniger im heißesten Programm laufen. Wisch vorher die Türdichtung und den unteren Türfalz aus, dort sammelt sich der Schmutz, den kein Sprüharm erreicht.
Restwasser im Bodenraum und der Ablaufweg
Steht nach Programmende mehr als ein Fingerbreit Wasser im Bodenraum, wird das Schmutzwasser nicht vollständig abgepumpt. Damit startet der nächste Gang mit einem Rest der letzten Anschmutzung, und das schlägt direkt als sandiger Belag durch.
Prüf drei Punkte: das Sieb der Ablaufpumpe hinter der Abdeckung im Bodenraum, den Ablaufschlauch auf Knick oder Absacken, und am Siphon den Stopfen des Anschlussstutzens. Ein fabrikneuer Siphon hat dort oft noch eine Membran, die niemand entfernt hat. Der Schlauch muss zudem über einen Hochbogen geführt sein, sonst läuft Abwasser zurück.
Der Reihenfolge-Test in 20 Minuten
Arbeite die Punkte in dieser Folge ab, dann testest du nach jedem Schritt gegen dasselbe Ergebnis und weißt am Ende, welcher es war.
- Gerät ausschalten und den Stecker ziehen. Nach einem abgebrochenen Programm kann das Wasser im Bodenraum heiß sein.
- Alle drei Siebteile herausnehmen, reinigen, wieder einrasten, am Korb ziehen.
- Beide Sprüharme abnehmen, durchspülen, jede Düse freistechen, Klebestreifen auf eine Spitze setzen.
- Salzstand prüfen, Härtestufe im Menü mit der Angabe des Versorgers vergleichen.
- Stecker wieder einstecken und einen Leerlauf im heißesten Programm mit Maschinenreiniger fahren.
- Danach normal beladen, ohne Vorspülen, mit dem längeren Programm, und das Ergebnis am Klebestreifen und am Glas prüfen.
Wenn nach dem Testlauf noch Körner am Glas kleben
Bleibt der Belag nach diesem Durchgang bestehen, liegt die Ursache tiefer. Typisch sind eine schwache Umwälzpumpe, die den nötigen Druck nicht mehr aufbaut, ein verstopfter Bodenraumkanal unter dem Sieb oder eine Heizung, die die eingestellte Temperatur nicht erreicht. Ein Hinweis darauf ist ein Gerät, das plötzlich deutlich länger für dasselbe Programm braucht, ohne dass sich am Beladen etwas geändert hätte.
An dieser Stelle endet die Selbsthilfe. Im Sockel liegen Netzspannung und Wasser dicht beieinander, und die Umwälzpumpe ist ohne Ausbau der Bodenwanne nicht erreichbar. Hol dafür einen Fachbetrieb, und lass dir vorab die Anfahrts- und Diagnosepauschale nennen, damit du sie gegen den Wert des Geräts stellen kannst. Wenn ein Tab regelmäßig unaufgelöst im Fach liegen bleibt, sieh dir vorher noch die Ursachen für nicht aufgelöste Tabs an, das ist ein eigener Fehlerpfad.
Was sandige Reste dauerhaft fernhält
Drei Gewohnheiten halten den Kreislauf sauber: das Sieb wöchentlich, ein Reinigungslauf alle vier bis sechs Wochen und Beladen ohne Schatten. Alles andere in dieser Liste ist Fehlersuche, diese drei sind Vorbeugung. Ein Gerät, das die 9 bis 14 Liter sauber im Kreis führt, bekommt gar nicht erst die Gelegenheit, Reste zu verteilen.
Stand: September 2026. Strompreis für die Beispielrechnung: 40,55 Cent je Kilowattstunde, Durchschnitt privater Haushalte im 2. Halbjahr 2025 laut Statistischem Bundesamt. Wassermengen, Düsenzahlen und Intervalle sind typische Größenordnungen; verbindlich ist die Anleitung deines Geräts.