Auf dem Typenschild eines Geschirrspülers stehen bis zu fünf verschiedene Kennungen, und für eine Ersatzteilbestellung braucht der Händler davon meist genau eine. Das Problem ist selten das Lesen, sondern das Finden: Bei einem vollintegrierten Gerät sieht man von außen nur eine Küchenfront, und die trägt gar kein Schild. Wer weiß, welche Bauart vor ihm steht, hat die Suche auf zwei Stellen eingegrenzt statt auf die ganze Küche.
Der Türfalz ist die Stelle, an der du zuerst schaust
Bei fast jedem Geschirrspüler klebt das Typenschild auf der schmalen Stirnseite der Tür, also auf der Fläche, die du erst siehst, wenn die Tür offen steht. Meist sitzt es rechts oder links auf halber Höhe, manchmal auch oben quer über die ganze Türbreite. Diese Position hat einen praktischen Grund: Die Stirnseite bleibt beim Einbau frei, während Seitenwände und Rückwand hinter Möbeln verschwinden.
Öffne die Tür also ganz und fahre mit dem Finger die umlaufende Kante ab. Bei Geräten mit dunkler Front fällt ein silbernes Etikett sofort auf, bei weißen Geräten ist es oft ein weißes Schild auf weißem Grund und im Küchenlicht kaum zu sehen. Die Taschenlampe des Handys im flachen Winkel darüber gehalten wirft Schatten auf die geprägten Zeichen und macht sie lesbar.

Vier Bauarten, vier unterschiedliche Suchwege
Wie schnell du fündig wirst, hängt daran, wie das Gerät in die Küche eingebaut ist. Vier Varianten sind im Handel verbreitet, und jede verlegt das Schild an eine andere Stelle.
| Bauart | Erkennungsmerkmal | Wo das Schild sitzt |
|---|---|---|
| Freistehend | Eigene Arbeitsplatte, steht allein | Türfalz, zusätzlich oft an der Rückwand |
| Unterbau | Bedienblende sichtbar, keine eigene Platte | Türfalz, gelegentlich unter der Blende |
| Teilintegriert | Schmaler Bedienstreifen oben, darunter Möbelfront | Türfalz hinter der Möbelfront |
| Vollintegriert | Nur Küchenfront, Bedienung auf der Oberkante | Türfalz unter der Möbelfront, teils Innenwanne |
Beim vollintegrierten Gerät liegt das Schild oft hinter der angeschraubten Möbelfront. Abschrauben musst du deswegen nichts: Die Front deckt die Türaußenseite ab, das Schild sitzt eine Kante weiter auf der Stirnfläche und wird sichtbar, sobald die Tür etwa 45 Grad offen steht. Beim freistehenden Gerät kommt eine zweite Fundstelle dazu, weil hier auch die Rückwand zugänglich ist und dort häufig ein Duplikat des Schildes klebt. Beim Unterbaugerät lohnt zusätzlich der Blick auf die Unterseite der Bedienblende, die bei manchen Baureihen den Aufkleber trägt.
Die Küchennische als zweite Fundstelle
Findest du an der Tür nichts, geht der Blick auf den Rahmen der Einbaunische. Manche Hersteller kleben ein zweites, kleineres Etikett an die Innenseite des seitlichen Möbelbretts oder an die Blende über dem Gerät. Bei einem Austausch von Vorbesitzern klebt dort gelegentlich auch nur der Aufkleber des Küchenmonteurs mit Modellbezeichnung und Einbaudatum, was für die Datierung reicht, für eine Bestellung aber nicht.

Danach lohnt der Blick hinter das Sockelblech. Wenn du es abnimmst, meist zwei Schrauben oder zwei Clips, siehst du den unteren Bereich des Gerätekorpus, und dort ist bei einigen Modellen ein aufgeklebter Barcode-Streifen mit derselben Nummernfolge angebracht.
Innen an der Wanne: die dritte Möglichkeit
Ein Teil der Geräte trägt das Schild im Innenraum, oben rechts an der Wanne über dem Oberkorb oder seitlich hinter dem Türdichtungsprofil. Diese Position ist die dauerhafteste, weil das Etikett dort weder Spülmittel noch Küchentuch abbekommt. Dafür ist sie unbequem: Du musst den Oberkorb ganz herausziehen, um ohne Verrenkung lesen zu können.
Bei Geräten mit Besteckschublade lohnt zusätzlich der Blick auf die Rückwand der Wanne, direkt über der oberen Sprüharm-Aufnahme. Der Innenraum ist bei laufendem Betrieb heiß, deshalb erst mindestens 20 Minuten nach dem Programmende suchen oder das Gerät ganz auskühlen lassen.
Welche Angaben tatsächlich auf dem Schild stehen
Ein Typenschild ist dicht bedruckt, und nur ein Teil davon interessiert dich je nach Anlass. Diese Blöcke findest du fast immer:

- Modell- oder Typbezeichnung: Eine Folge aus Buchstaben und Ziffern, häufig mit einem Schrägstrich und einem zweistelligen Index dahinter. Der Teil vor dem Schrägstrich benennt das Gerät, der Teil dahinter die Fertigungsvariante.
- Produktions- oder Fertigungsnummer: Meist vier bis sechs Ziffern, bei manchen Herstellern mit einem vorangestellten Buchstaben. Sie unterscheidet Fertigungsstände desselben Modells.
- Seriennummer: Die längste Zahlenfolge auf dem Schild, oft zehn bis vierzehn Stellen, und die einzige, die dein Gerät von jedem baugleichen unterscheidet.
- Elektrische Anschlusswerte: Spannung, Frequenz und Anschlussleistung, in Deutschland üblicherweise 230 Volt bei 50 Hertz.
- Herstellerkennung und Werk: Firmenname, oft eine Länderangabe und ein Prüfzeichen.
Welche dieser Nummern in welchem Fall gebraucht wird, hängt vom Anlass ab. Der Unterschied zwischen den einzelnen Kennungen ist in einem eigenen Beitrag zu E-Nummer, FD-Nummer und Seriennummer ausführlich auseinandergenommen.
Anschlusswerte richtig deuten
Die Leistungsangabe auf dem Schild ist die maximale Aufnahme, nicht der Durchschnitt im Betrieb. Ein Geschirrspüler zieht diese Leistung nur, während die Heizung arbeitet, also in der Aufheizphase und beim Trocknen mit Heizunterstützung. Umwälzpumpe und Steuerung allein liegen um mehr als eine Größenordnung darunter.
Diese Unterscheidung ist praktisch relevant, wenn du den Verbrauch abschätzen willst. Rechne nie mit der Nennleistung mal Programmdauer. Ein Programm läuft drei Stunden, aber die Heizung arbeitet nur einen Bruchteil davon. Wie groß der Bruchteil ist, hängt an Programm und Beladung, und genau deshalb führt die Multiplikation über die volle Laufzeit in die Irre: Gerechnet mit einer Anschlussleistung von 2 Kilowatt kostet eine einzige zu viel angesetzte Heizstunde bei 40,55 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnitt für private Haushalte im 2. Halbjahr 2025 laut Statistischem Bundesamt, bereits 81 Cent. Über ein Jahr mit 200 Spülgängen wäre das ein Fehlbetrag von 162 Euro, der nie angefallen ist.

Wenn das Etikett verblasst oder eingerissen ist
Am Türfalz sitzt das Schild genau dort, wo bei jedem Öffnen Dampf entweicht und wo das Geschirrtuch entlangschrammt. Nach acht bis zehn Jahren sind Thermodrucke deshalb oft blass, und die letzten Stellen der Seriennummer sind Auslegungssache. Drei Dinge helfen, bevor du aufgibst:
- Streiflicht statt Draufsicht: eine Lampe flach von der Seite zeigt geprägte Zeichen, die farblich verschwunden sind.
- Handykamera mit Makro und starkem Zoom, dann das Bild am größeren Bildschirm anschauen statt am Display.
- Ein weiches Tuch mit klarem Wasser, nie Spiritus oder Scheuermittel: Lösemittel wischen den Aufdruck vollständig weg.
Bleibt die Nummer unleserlich, gibt es einen Umweg über andere Merkmale des Geräts. Der Beitrag zum Baujahr bei unleserlichem Typenschild beschreibt, welche Anhaltspunkte dann noch tragen.
Fotografieren statt abschreiben
Die häufigste Fehlerquelle beim Ersatzteilkauf entsteht nicht am Gerät, sondern auf dem Zettel. Eine 0 wird zur O, eine 1 zur I, eine 5 zur S, und bei einer Nummer mit vierzehn Stellen fällt das erst auf, wenn das falsche Teil im Karton liegt. Fotografiere deshalb das ganze Schild, statt einzelne Zeilen abzutippen, und zwar so, dass Rand und Nachbarzeilen mit im Bild sind.
Halte die Kamera parallel zur Fläche und nicht schräg, sonst verzerrt die Perspektive die letzten Zeichen. Zwei Aufnahmen aus leicht versetztem Winkel kosten fünf Sekunden und retten dich, wenn auf einer davon der Blitz genau auf der entscheidenden Stelle spiegelt.
Dieselben Daten liegen noch an vier weiteren Stellen
Kommst du an das Schild nicht heran, weil das Gerät fest verbaut ist oder die Tür klemmt, gibt es Ausweichquellen. Der Aufkleber im Garantieheft trägt bei vielen Herstellern denselben Barcode wie das Gerät. Die Kaufrechnung nennt zumindest die Verkaufsbezeichnung. Manche Geräte zeigen die Modellkennung im Servicemenü der Bedienblende an. Und wer das Gerät in der Hersteller-App registriert hat, findet die Daten dort hinterlegt.
Eine Warnung dazu: Die Verkaufsbezeichnung aus dem Prospekt und die Typbezeichnung auf dem Schild sind bei vielen Herstellern zwei verschiedene Dinge. Der Händler kann mit dem Prospektnamen wenig anfangen, weil hinter einer Verkaufsbezeichnung mehrere Fertigungsvarianten stehen können.
Die Nummer sichern, bevor du sie brauchst
Der beste Zeitpunkt, das Typenschild zu fotografieren, ist der Tag, an dem nichts kaputt ist. Wenn Wasser im Sockel steht, sucht niemand mit ruhiger Hand nach einem Etikett hinter einer Möbelfront. Zehn Minuten reichen, um alle Großgeräte im Haushalt einmal durchzugehen und die Bilder in einem Ordner abzulegen.
Praktisch bewährt hat sich, das Foto direkt umzubenennen, etwa auf die Form Gerätename plus Kaufjahr. Bei vier Großgeräten hast du dann vier Bilder statt einer Suche durch zwei Jahre Kamerarolle. Wer mag, klebt zusätzlich einen beschrifteten Streifen Kreppband gut sichtbar an die Innenseite der Küchentür daneben.
Was dir die gefundene Nummer im Ernstfall abnimmt
Mit der Typbezeichnung und der Fertigungsnummer in der Hand ändert sich das Gespräch beim Kundendienst. Statt einer Beschreibung des Geräusches nennst du eine eindeutige Kennung, und der Disponent kann vorab prüfen, ob das vermutete Teil überhaupt lieferbar ist. Genau das entscheidet oft, ob ein Techniker mit dem Teil im Auto anrückt oder ob zwei Termine nötig werden, von denen der erste nur der Diagnose dient.
Für die eigene Bestellung gilt dasselbe. Welche Angaben ein Ersatzteilhändler zwingend braucht und welche er nur zur Kontrolle nutzt, steht im Beitrag zum Ersatzteilkauf ohne Fehlkauf. Und wenn dich vor allem das Alter des Geräts interessiert, führt der Alters-Check für die Spülmaschine weiter.
Der kurze Weg zum Schild am Geschirrspüler
Tür ganz öffnen, mit Streiflicht die Stirnkante abfahren, rechts und links und oben. Kein Treffer: Nische und Sockelblech prüfen, davor den Stecker ziehen. Immer noch nichts: Oberkorb heraus und die Wanne oben absuchen. Gefunden wird fotografiert, nicht abgeschrieben, und zwar zweimal aus leicht anderem Winkel. Wer das einmal in Ruhe macht, hat beim nächsten Wasser im Sockel die Nummer schon auf dem Handy.