Ein Neugerät für 450 Euro, das je Jahr 63 Euro Strom spart, hat sich nach 450 geteilt durch 63, also nach etwa sieben Jahren bezahlt. Das ist die gesamte Mathematik hinter der Frage, ob ein alter Geschirrspüler als Stromfresser rausfliegen soll. Schwierig ist nicht die Division, sondern die Zahl im Nenner: Die jährliche Ersparnis kennt kaum jemand, weil sie aus dem Verbrauchsunterschied je Spülgang und der eigenen Spülhäufigkeit entsteht. Beide Größen lassen sich in einer Woche selbst beschaffen.
Der Strompreis, mit dem hier gerechnet wird
Alle Beträge in diesem Text entstehen aus einem Arbeitspreis von 40,55 Cent je Kilowattstunde. Das ist der Durchschnitt für private Haushalte in Deutschland im 2. Halbjahr 2025 und der einzige belegte Wert, der in die Rechnung eingeht.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung vom 31.03.2026, Strompreise für private Haushalte im 2. Halbjahr 2025. Für dein Ergebnis setzt du den Arbeitspreis deiner eigenen Jahresabrechnung ein.

Erst messen, was dein Gerät je Spülgang zieht
Ohne diesen Wert bleibt jede Tauschrechnung eine Schätzung. Ein Geschirrspüler ist meist gesteckt, also passt eine Messsteckdose für 10 bis 25 Euro (Stand 2026) dazwischen.
- Messsteckdose zwischen Gerät und Wandsteckdose, Zähler auf null.
- Einen vollständigen Eco-Durchlauf fahren, nichts anderes an derselben Dose betreiben.
- Nach Programmende die Kilowattstunden ablesen. Das ist dein Ist-Wert je Spülgang.
- Den Vorgang mit dem Programm wiederholen, das du im Alltag tatsächlich nimmst.
Diesen einen Wert brauchst du. Alles andere in diesem Text sind Annahmen, die du damit ersetzen kannst.

Woher die Zahlen 1,3 und 0,7 Kilowattstunden kommen
Gerechnet wird im Folgenden mit 1,3 Kilowattstunden für das alte Gerät und 0,7 Kilowattstunden für ein neues im Eco-Programm. Beides sind Annahmen, keine Datenblattwerte. Sie sind aber nachrechenbar, weil der größte Posten im Spülgang das Erwärmen des Wassers ist. Wasser braucht 4,19 Kilojoule je Kilogramm und Kelvin.
- Altes Gerät: 18 Liter von 15 auf 65 Grad. 18 mal 4,19 mal 50 ergibt 3.771 Kilojoule, geteilt durch 3.600 sind das 1,05 Kilowattstunden allein fürs Heizen.
- Neues Gerät im Eco: 12 Liter von 15 auf 50 Grad. 12 mal 4,19 mal 35 ergibt 1.760 Kilojoule, also 0,49 Kilowattstunden.
- Der Rest bis zu den angesetzten Gesamtwerten entfällt auf Umwälzpumpe, Ablaufpumpe, Elektronik und Trocknung.
Wenn deine Messung deutlich abweicht, sind entweder Wassermenge oder Temperatur andere. Beides kannst du der Programmübersicht deines Geräts entnehmen und dieselbe Rechnung mit deinen Werten fahren.
Die Ersparnis je Spülgang und was im Jahr daraus wird
Der Unterschied beträgt bei den angesetzten Werten 1,3 minus 0,7, also 0,6 Kilowattstunden je Spülgang. Multipliziert mit 40,55 Cent sind das 24,3 Cent, die ein Spülgang weniger kostet. Was daraus im Jahr wird, hängt vollständig an deiner Spülhäufigkeit:

| Spülgänge pro Woche | im Jahr | gesparte kWh | gespart in Euro |
|---|---|---|---|
| 4 | 208 | 124,8 | 50,61 Euro |
| 5 | 260 | 156,0 | 63,26 Euro |
| 7 | 365 | 219,0 | 88,80 Euro |
Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegen 38,19 Euro im Jahr. Ein Zwei-Personen-Haushalt und eine fünfköpfige Familie bekommen bei identischem Gerät also verschiedene Antworten auf dieselbe Frage.
Die Amortisation, offengelegt statt behauptet
Jetzt die Division. Angesetzt ist ein Neugerät für 450 Euro, gewählt aus einer Spanne von etwa 350 bis 700 Euro für ein Einbaugerät der 60-Zentimeter-Klasse (Stand 2026). Setz deinen eigenen Angebotspreis ein.
- 4 Spülgänge pro Woche: 450 geteilt durch 50,61 ergibt 8,9 Jahre.
- 5 Spülgänge pro Woche: 450 geteilt durch 63,26 ergibt 7,1 Jahre.
- 7 Spülgänge pro Woche: 450 geteilt durch 88,80 ergibt 5,1 Jahre.
Diese Jahre sind reine Stromamortisation. Sie sagen, wann das neue Gerät seinen Kaufpreis über den geringeren Verbrauch wieder eingespielt hat, und sonst nichts. Wenn das alte Gerät noch tadellos spült, ist das die vollständige Antwort auf die Stromfresser-Frage.

Die Spülgänge selbst sind der größere Hebel
Bevor du 450 Euro investierst, lohnt der Blick auf den Faktor, der in jeder Zeile der Tabelle steht: die Anzahl der Durchläufe. Wer von sieben auf fünf Spülgänge pro Woche kommt, indem er nur volle Maschinen startet, spart 104 Durchläufe im Jahr.
Gerechnet mit den 0,7 Kilowattstunden eines Eco-Durchlaufs sind das 72,8 Kilowattstunden und 29,52 Euro im Jahr. Bei einem alten Gerät mit den angesetzten 1,3 Kilowattstunden sind es sogar 135,2 Kilowattstunden und 54,82 Euro. Diese Ersparnis kostet nichts außer der Bereitschaft, das Geschirr einen halben Tag länger stehen zu lassen. Sie fällt zudem beim alten Gerät größer aus als beim neuen, weil jeder eingesparte Durchlauf den höheren Verbrauchswert mitnimmt.
Wasser gehört dazu, aber mit deinem Kubikmeterpreis
Bei den angesetzten 18 gegen 12 Liter spart jeder Spülgang 6 Liter. Bei 260 Spülgängen im Jahr sind das 1.560 Liter, also 1,56 Kubikmeter. Was das kostet, hängt an deiner Gemeinde, und dafür gibt es keinen bundesweiten Wert. Die Rechnung lautet: 1,56 mal dein Preis für Frischwasser und Abwasser zusammen, beide Posten stehen auf deiner Abrechnung.
Gerechnet mit 5 Euro je Kubikmeter, einer reinen Beispielannahme, wären das 7,80 Euro im Jahr. Zusammen mit den 63,26 Euro Strom ergibt das 71,06 Euro, und die Amortisation verkürzt sich von 7,1 auf 450 geteilt durch 71,06, also 6,3 Jahre.
Warum das Eco-Programm die Referenz ist
Eco läuft oft drei bis vier Stunden, und daraus entsteht der verbreitete Schluss, es könne nicht sparsam sein. Die Rechnung von oben zeigt, warum das nicht aufgeht: Der teure Teil ist das Aufheizen, nicht das Laufen. 12 Liter auf 50 statt auf 65 Grad zu bringen, spart 12 mal 4,19 mal 15, also 754 Kilojoule und damit 0,21 Kilowattstunden je Heizphase.
Dagegen steht die längere Laufzeit der Umwälzpumpe. Gerechnet mit 100 Watt Pumpenleistung und 90 Minuten Mehrlaufzeit sind das 0,15 Kilowattstunden. Die eingesparte Heizenergie liegt darüber, und Eco spült zusätzlich mit weniger Wasser, das ebenfalls nicht erwärmt werden muss. Die lange Laufzeit ist der Preis für die niedrige Temperatur, nicht ihr Gegenargument.
Was ein altes Gerät zusätzlich an Verbrauch aufbaut
Ein Teil des höheren Verbrauchs steckt nicht in der Bauart, sondern im Zustand. Drei Stellen sind dafür verantwortlich, und alle drei sind ohne Werkzeug erreichbar.
- Kalk auf dem Heizelement. Eine Kalkschicht wirkt als Isolierung, das Element heizt länger für dieselbe Wassertemperatur.
- Verstopfte Sprüharmdüsen. Weniger Wasser trifft das Geschirr, das Ergebnis wird schlechter, und viele fahren daraufhin ein heißeres Programm.
- Müde Türdichtung. Wärme und Dampf entweichen, das Gerät heizt nach.
Vor jedem Handgriff im Innenraum: Stecker ziehen. Prüfungen am Heizstab mit dem Messgerät und alles, was hinter der Bodenwanne liegt, gehören zum Fachbetrieb, weil dort Netzspannung und Wasser aufeinandertreffen.
Vier Wartungen, die vor dem Tausch drankommen
- Siebkombination herausdrehen, unter fließendem Wasser mit einer Bürste reinigen, Sumpf darunter auswischen.
- Sprüharme abnehmen, jede Düse mit einem Zahnstocher freimachen, gegen das Licht prüfen.
- Entkalken nach Anleitung des Geräts, danach Wasserenthärtung prüfen. Viele Versorger weisen den Härtebereich des Trinkwassers aus, dieser Wert gehört in die Einstellung der Enthärtungsanlage.
- Salz und Klarspüler auffüllen und die Dosierung an die Härte anpassen.
Wenn diese vier Punkte erledigt sind, miss noch einmal. Erst der Wert danach gehört in die Tauschrechnung. Weitere Stellschrauben stehen in Stromverbrauch senken: Eco-Programm, Anschluss und Voll-Beladung.
Das Energielabel nach der Neuskalierung lesen
Die Klassenbezeichnungen auf dem Label sind zurückgesetzt worden. Ein A auf dem heutigen Label bedeutet nicht dasselbe wie ein A vor der Umstellung, und viele gute Geräte stehen jetzt bei C oder D. Rechtsgrundlage für das Label und seine Neuskalierung ist die Verordnung (EU) 2017/1369, ABl. L 198 vom 28.7.2017.
Für die Tauschrechnung ist der Buchstabe ohnehin die falsche Spalte. Nimm stattdessen den ausgewiesenen Verbrauch in Kilowattstunden, den das Label je Zyklus oder je 100 Zyklen nennt, und setz ihn in die Division ein. Ein Buchstabe lässt sich nicht durch einen Kaufpreis teilen, eine Kilowattstundenzahl schon.
Der Kaufpreis ist nicht die Summe im Zähler
In die Division gehört, was der Tausch insgesamt kostet: Gerätepreis, Lieferung bis zur Verwendungsstelle, Anschluss und Entsorgung des Altgeräts. Bei Einbaugeräten kommt gelegentlich eine Anpassung der Möbelfront dazu. Diese Nebenposten verschieben die Amortisation um Monate bis über ein Jahr.
Zu den Maßen: Standardnischen für Einbaugeräte liegen bei 60 und 45 Zentimetern Breite, aber Sockelhöhe, Zargen und Türanschlag entscheiden mit. Verbindlich ist die Montageanleitung des konkreten Geräts, nicht die Angabe im Katalog. Welche Breite zu welchem Haushalt passt, steht in 60 cm oder 45 cm.
Wenn eine Reparatur die bessere Division ist
Die Stromrechnung beantwortet nur den Fall, dass das Gerät läuft und nur zu viel verbraucht. Steht daneben ein Defekt, kommt eine zweite Rechnung dazu: Reparaturkosten vollständig, geteilt durch den vollständigen Neupreis. Ein Türschloss oder eine Ablaufpumpe landet dabei regelmäßig im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und ist damit erledigt, unabhängig vom Baujahr. Wie diese zweite Division funktioniert, steht in Reparatur oder Neukauf.
Beide Rechnungen zusammen ergeben die Entscheidung: Ein sparsamer Reparaturfall an einem Gerät mit sechs Jahren Stromamortisation wird repariert. Ein teurer Reparaturfall an einem Gerät mit fünf Jahren Amortisation wird getauscht.
Vier Zahlen entscheiden über den Geschirrspüler-Tausch
Der gemessene Verbrauch deines Geräts je Spülgang, der Verbrauch des konkreten Neugeräts vom Label, deine Spülgänge pro Woche und der vollständige Anschaffungspreis. Die Differenz der ersten beiden Werte mal deiner Spülgänge mal deinem Arbeitspreis ergibt die Jahresersparnis, der Anschaffungspreis geteilt durch diese Ersparnis ergibt die Jahre. Bei den hier angesetzten Annahmen landet ein Vier-Personen-Haushalt mit fünf Spülgängen pro Woche bei 6,3 Jahren inklusive Wasser. Wer weniger spült, wartet länger, und wer erst die vier Wartungen erledigt, hat womöglich gar keine Ersparnis mehr im Nenner stehen.